Bär polyglott – Unterwegs mit Herrn Bär
Nun kommt es richtig knüppeldick für Guido Westerwelle.
Der Berliner Künstler Wolfgang Müller wiegelt
nämlich jetzt auch noch die Schwulen-Szene gegen den reichlich
glücklosen Außenminister und populistisch polarisierenden FDP-Chef auf.
Als Multiple hat Künstler Müller unlängst einen Button „Gays against
Guido“ auf den Markt geworfen und damit bewiesen, dass man auch eine
pfiffige Geschäftsidee haben kann, wenn man nicht in der FDP ist.
Dass
seine Dienstreisen wie ein Familienausflug wirken, verteidigte
Westerwelle trotzig mit dem Argument, er werde sich auch in Zukunft
nicht davon abhalten lassen, Kontakte für die deutsche Wirtschaft zu
fördern, wobei für ihn allerdings die deutsche Wirtschaft in erster
Linie aus Bruder Kai Westerwelle zu bestehen scheint.
Wohin
neben anderen negativen Faktoren hemmungslose Vetternwirtschaft führen
kann, lässt sich derzeit im krisengebeutelten Griechenland gut
beobachten. Wirtschaftsförderung fällt allerdings eigentlich eher in das
Ressort von Reiner Brüderle, aber der hat als Minister nichts zu tun,
denn um die Förderung von Kai Westerwelle kümmert sich schon Bruder
Guido und nicht das Brüderle. Um den Export in die Entwicklungsländer
bemüht sich der Entwicklungsminister Dirk Niebel, der mithin eher die
Entwicklung der deutschen Wirtschaft und weniger die der
Entwicklungsländer im Auge hat, so dass sich an dieser Stelle die Frage
stellt: Was exportiert eigentlich Kai Westerwelle? Für den Minister Dirk
Niebel gibt es ebenfalls sonst nicht viel zu tun, denn um den Besuch
brasilianischer Waisenhäuser kümmert sich auf den Dienstreisen des
Außenministers schon dessen Lebenspartner Michael Mronz.
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"Herr Bär, Sie haben ein Porträt des früheren
Oberbürgermeisters Fritz Schramma gemalt? Wie kam es dazu?"Bär: "Die
Stadt Köln hätt dä Gerhard Richter beauftragt, ein Porträt vum
Schramma för et Rathaus ze malen. Die han jesaht, dat darf ävver nix
kosten, die Stadt Köln is nämlich pleite. Da hätt dä Gerhard Richter
einfach ein Foto vum Schramma jemacht, weil dat schneller jeht un
deswejen billiger is. Jetzt hängt im Rathaus in der Gemäldegalerie
mit lauter Öl-Porträts der Oberbürgermeister seit 1945 en Foto vum
Schramma. Do han se jesaht, wie süht dat dann us? Ein einziges Foto
inmitten von lauter Gemälden? Enä, dat jeht nit. Sagt ens, Här Bär,
künnt Ehr nit doch noch ens e klein Bildche mole, wo dä Schramma met
drop es?""Ja, aber auf dem Bild sieht man nur einen See in einem
Park und eine baumbestandene Allee. Wo ist denn da der Schramma?"Bär:
"Dä is abjetaucht. Ins Privatleben. Der See is eine Metapher auf das
Privatleben vum Schramma... jut, da kommt man nicht sofort
drauf..."
Karl-Josef Bär/Jürgen Rap "Das Wappen von Brabant", 2010
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Und
wie man diese liberalen Brüder so kennt, hat er statt Teddybären und
Dauerlutscher wahrscheinlich nur bunt bedruckte FDP-Wahlkampfbroschüren
im Gepäck, mit denen die brasilianischen Waisenkinder freilich nicht
allzu viel anfangen können. Was zudem Kai Westerwelle auch noch in diese
Länder exportiert, möchte man dann eigentlich lieber nicht mehr so genau
wissen.
Den
Titel „Kölns dümmster Betrüger“ verdiente sich derweil Sven O., der
seinen Fernsehapparat ins Pfandhaus brachte und anschließend als
gestohlen meldete. Sven O. hielt das wahrscheinlich für clever. Bei
einer Hausdurchsuchung fand die Polizei allerdings den Pfandschein,
worauf Sven O. dreist behauptete, er habe sich den Fernseher doppelt
gekauft: den einen habe er ins Pfandhaus gebracht, aber der andere sei
ihm gestohlen worden, und nun säße er ohne Glotze da. Auch diese Ausrede
fand er selbst wahrscheinlich clever, die Polizei hingegen saudumm.
Kaufquittungen hatte er natürlich nicht vorzuweisen, und nun wundert
sich Sven O., wieso die Polizei ihn jetzt für einen missratenen
Kleinkriminellen hält und gegen ihn wegen Betrugs ermittelt.
Wie
jemand auf die Idee kommen kann, den Papst zu kritisieren, weil er
bislang über die Missbrauchsfälle in Deutschland geschwiegen hat, ist
für Gabriele Amorth, den obersten Exorzisten im Vatikan, leicht zu
erklären: die Kritiker seien vom Teufel besessen, glaubt der
Chef-Teufelsaustreiber allen Ernstes. Dasselbe glaubt wahrscheinlich
auch Guido Westerwelle von seinen Kritikern, denen er auf dem jüngsten
Parteitag als exorzierende Abwehr-Geste als verbales Kreuz
entgegenhielt: „Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!“