Um was ging es?
Der Rat der Stadt Köln hat sich am
17.12.2009 mit weit weniger als der Hälfte seiner Stimmen (35 von 90
Ratsmitglieder stimmten für die sog. Variante 2) für den Abriss des
Schauspielhauses und der Opernterrassen sowie für einen "abgespeckten Neubau"
ausgesprochen - obwohl durch das drastisch reduzierte Raumprogramm die
ursprüngliche Begründung für den Neubau hinfällig wurde.
Mit diesem Beschluss nahmen die Entscheider in Kauf, daß das einzigartige
Bühnenensemble des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn (*1889 in Köln, †1963
ebenda) zerstört wird. Riphahn zählt zu den bedeutendsten, auch international
beachteten Architekten der jungen Bundesrepublik. Die warnenden Appelle von
namhaften Experten und Vertretern, u. a. aus Bereichen der Kunst, Kultur,
Architektur, Kirche, Politik, Medien, Lehre und Wissenschaft wurden gänzlich
ignoriert.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollten in der jetzt wieder eröffneten
Planungsphase eine erneute Diskussion vor dem endgültigen Baubeschluss
erzwingen. Schließlich geht es um weit mehr als 'nur' ein Gebäude. Es geht um
elementare Fragen:
Dürfen wir akzeptieren, daß die Stadt Köln das bedeutende Erbe der
50er-Jahre-Moderne hat verwahrlosen lassen, und nun angeblich nur noch der
Abriß bleibt?
Dürfen wir zulassen, dass die Stadt Köln sich in ein Kostenabenteuer mit
ungewissem Ausgang begibt?
Warum sucht der Rat bei einer Entscheidung von solcher Tragweite nicht den
Dialog mit den Bürgern dieser Stadt?
Die Initiatoren des Aufrufs "Mut zu Kultur - Inhalt vor Fassade!": Kölner
Komment und Köln kann auch anders. wollen zeigen, daß es auch anders geht!
Köln kann 2010 Signale setzen für den nachhaltigen Umgang mit dem baulichen Erbe
der Stadt und dem Geld der Bürger. Dafür wurde gestritten, mit dem Rat in
Dialog getreten und den Ratsmitgliedern Mut für eine Entscheidung gemacht.
Köln setzt sich mit an die Spitze einer Diskussion, die alle Städte heute
führen müssen.
Kölninside unterstützt die Aktion und
forderte alle stimmberechtigten Kölninside-Leser auf, mitzumachen! Weitere Informationen befinden sich auf der Homepage von Mut zu Kultur:
www.mutzukultur.de
