kölninside.de Das Popularkultur Webmagazin für die Kölner Region                                                             


 Willi Gleno- Gelonek

Willi Gleno-Geloneck (r.) mit seiner Frau Inge und Udo Kier.

 

"Mal im Dunkel und mal im Licht."


Es gibt Menschen, deren Biographie so umfangreich ist, daß man locker vier Leben damit füllen könnte. Der 1941 geborene Willi Gleno-Geloneck ist ein solcher Mensch, der ein eher ungewöhnliches Leben genießen kann, mit all seinen Höhen und Tiefen.
Ob die Nachkriegszeit, in der Willi Gleno-Geloneck als jüngster "Stepp-Exentriker" mit seinem Vater als "Charly & Sohn" auftrat, die Halbstarkenzeit der 50er oder der Jet-Set der Sechziger, jedes Jahrzehnt wurde intensiv erlebt.
Ende der Siebziger Jahre begann ein weiterer, bis heute anhaltender abwechslungsreicher Lebensabschnitt des inzwischen zweifachen Großvaters: die Eröffnung des Künstlerlokals "Timp" am Heumarkt in der Kölner Altstadt. 

 

 

 

 

Wann und wo bist Du geboren?  

Willy: Am 11.Juli 1941. Ecke Eigelstein und Unter Krahnenbäumen. Mitten im Krieg, während eines Bombenangriffs.  

Dein Sternzeichen ist der Krebs? Empfindest Du Dich als typischen Krebs?  

Willy: Ja. Der Krebs hat die Eigenschaft, emotional sehr extrem zu sein. Entweder ist er himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Er ist sehr geduldig und sehr häuslich. Harmonie, Wärme und Geborgenheit sind seine Eckpfeiler.  


Baby Willi mir Mutter Sybilla, 1941. 


Kommen wir auf Deinen Vater zu sprechen, mit dem Du eine gemeinsame Tanztruppe hattest.  

Willy: Mein Vater hat seine Liebe zu Hollywoodfilmen, Fred Astaire, Gene Kelley und dem Stepptanz allgemein, nach dem Krieg zum Beruf gemacht und sich seine eigene Varieté-Nummer aufgebaut. Er machte in verschiedenen Varietés seine Shows. Ich war dauernd bei seinen Proben dabei und habe fleißig und mit großem Eifer mitgesteppt, wie es kleine Kinder eben so machen.


"Charly und Sohn, die elegant komische Nummer
mit dem jüngsten Steppexentriker der Welt."


Mein Vater hat mein Talent erkannt und mich gefragt, ob ich nicht mit ihm, im Smoking und Kreissäge auftreten wollte. Die Nummern hatten einen humoristischen Touch, vergleichbar mit den Hollywood-Filmen. Mit dieser Nummer sind wir dann erstmals durch Deutschland gereist. Stationen waren unter anderem das Hansa-Theater Hamburg oder der


Willi, der weltweit jüngste Stepp-Exentriker.


Friedrichstadt-Palast Berlin. Wir sind auch sehr schnell mit den damals berühmten Stars aufgetreten, beispielsweise mit Rene Carol.

Unsere Nummern wurden als artistisches Element eingebaut und bei der Deutschland- Tournee war ich als eine Art Wunderkind, wie der Hollywood Kinderstar Shirley Tempel als: „Charly und Sohn, die elegant komische Nummer mit dem jüngsten Stepp-Exentiker der Welt“ mit dabei.  


Charly & Sohn: Abgang mit Brücke.


Was war mit der Schule?  

Willy: Ich besuchte die Schulen im Gastspielort und bekam, immer wenn wir weiterzogen, ein Zeugnis. Auf dem stand dann „W.G. besuchte die hiesige Volksschule“. Der Zeitraum und meine Leistungen wurden auch beurteilt. Wenn wir nach Köln zurück kamen, mußte ich meinem Klassenlehrer die 


"Wenn wir nach Köln kamen, mußte ich
meinem Klassenlehrer die Zeugnisse vorlegen."


Zeugnisse vorlegen. Er hat mich dann auch immer getestet. Wenn wir kürzere Engagements hatten oder ich die Schulen zu schnell gewechselt hatte, hat er mir entsprechende Aufgaben mitgegeben, die ich 


"Willi besuchte die hiesige Volksschule".


während der Tournee zu lösen hatte oder nacharbeiten mußte. Meine Mutter hat sehr viel mit mir gebüffelt, damit ich eine vernünftige Schulbildung bekam.  

Seite 1