W   I   L   L  I        G   L   E   N   O   -   G   E   L   O   N   E   C   K


                       

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Sind Dir besondere Auftrittsorte in Erinnerung geblieben?  

Willy:  Die damalige DDR hatte enorm schöne Varietés beispielsweise "Lindenhof Zwickau", "Christal-Palast" Magdeburg oder "Friedrichstadtpalast" in Berlin". 

Da saßen 32 Musiker im Orchesterraum. Als kleiner Steppke der ich damals war, musste ich erst mal laufen, damit ich auf die Mitte der riesigen Bühne kam, wo sonst ein Ballett von fünfzig Tänzer und Tänzerinnen die "Polowetzer-Tänze" darbrachten. Da gab es 3000 Zuschauer in jeder Vorstellung. Auch schon mal mit der Politprominenz als Gäste.


Abschiedsfoto mit Charly & Sohn im Lindenhof Zwickau.


Ich mußte vor den Dirigenten treten und meinen Solo - Stepptanz anzählen... "0ne, two, three" und loslegen. Teil der Nummer war, daß mein Vater auf der Bühne erschien und wir versuchten, uns gegenseitig im Stepptanz zu überflügeln. So entstand dann die sehr beliebte Varieté-Nummer „Charlie und Sohn“. Solche Varietés wie im Osten gab es im Westen nicht in dieser Größe.


"Es gab wilde Clubs, elegante Clubs, besoffene Clubs,
in denen wir mit Jongleuren und Zauberkünstlern auftraten."


Im Westen sind wir sehr oft für die amerikanischen Soldaten in ihren Kasernen aufgetreten. Das war schon eine große Bandbreite. Es gab Offizierscasinos, wilde Clubs, elegante Clubs, besoffene Clubs in denen wir mit Jongleuren Artisten und Zauberkünstlern auftraten. 


Ein lustiges Stelldichein in einem amerikanischen Club.  Frankfurter Nachtleben  in den 50er Jahren. 


Wie lange ging es mit mit der Nummer „Charlie und Sohn“?  

Willy: Einige Jahre. Es kam die Zeit, wo ich mich zu einem jungen Mann entwickelte und in der es zum großen Varieté-Sterben kam. Die eine Hälfte der Varietékünstler ist zum Zirkus gegangen, während die andere Hälfte, zumeist Gesangs- und Tanzkünstler, ihr Glück im Musical versuchten. Der Manager von Trude Herr hatte einen Narren an uns gefressen. Er machte gerade ein neues Stück für Trude im "Kaiserhof" des ehemaligen "Café Wien" in Köln und gab mir die Rolle des singenden, steppenden Liftboys. 

Diese Figur führte durch das Stück und war eine der Hauptrollen. Trude und ich waren das komische Gespann. Ich bekam damals gute Kritiken und einen tosenden Beifall, der mir jedes mal eine Gänsehaut machte. Dieses unglaubliche Gefühl werde ich nie vergessen. 


Charly & Sohn zusammen mit Anne Smirner.


Es gab auch einen Stargast, mit einer Einlage in diesem Stück, das war Udo Jürgens. Der hat meiner Frau dann auf der Bühne am Klavier jeden Tag seinen Hit „Jenny, oh Jenny“ ins Ohr geflüstert. Mit diesem Musical haben wir auch später längere Zeit in Wien gastiert. Meine Frau gehörte ab dieser Zeit mit zu unserer Show und aus "Charly und Sohn" wurden „Die Glenos“. 


Vater und Sohn Geloneck mit Bibi Jones. 


Wie hast Du Deine Frau kennengelernt?  

Willy: Beim Rock’n’Roll tanzen. Sie war meine Tanzpartnerin. Ich war ein begeisterter Rock’n’Roll Fan und habe an allen Tanzwettbewerben teilgenommen. Meine erste Tanzpartnerin hatte den Spitznamen „schäl Rösje“, weil sie einen ziemlichen Silberblick hatte, war jedoch eine sensationelle Tanzpartnerin. Wir haben 


"Wir haben zusammen getanzt und seit diesem Tag
sind wir ein Paar, seit nunmehr 45 Jahren."


alles an Preisen abgeräumt. Eines Tages hatte sie jedoch eine Fehlgeburt und im „Tabu am Ring“ sollte ein Rock’n’Roll Tanzwettbewerb stattfinden, den ich nicht verpassen wollte. 

Ich hatte meine Frau vorher kennen gelernt und mir schon beim ersten Zusammentreffen gedacht: „Wenn ich 


Eheschließung 1961: Inge und Willi Geloneck


mal eine Ersatztanzpartnerin brauche, dann kann es nur sie sein.“ Wir haben zusammen getanzt und seit diesem Tag sind wir ein Paar, seit nunmehr über 45 Jahren.

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