|
"Alle meine Geschichten spielen in Köln."
|
|
|
|
Ralf
König, 1960 im westfälischen Soest geboren, studierte in den Achtziger
Jahren an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit Schwerpunkt
Freie Kunst. Seit 1979 veröffentlicht er Comics. Verschiedene seiner
Werke wurden Filmvorlagen, neben "Kondom des Grauens",
"Der bewegte Mann" auch "Wie die Karnickel" und "Lysistrata". Beginnen wir mit der Einstiegsfrage: nenne uns bitte Dein Geburtsdatum. Ralf:
August 1960. Dein
Sternzeichen ist der Löwe. Glaubst Du an Sternzeichen? Ralf: Nein,
überhaupt nicht. Ich finde es immer seltsam, wenn Leute einen fragen,
welches Sternzeichen man hat. Die scheinen dann irgendwas über einen zu
wissen. Aber wenn sie sagen, daß der Löwe dahin tendiert,
immer im Mittelpunkt stehen zu wollen, kann ich entgegnen, daß dies
nicht auf mich zutrifft. Darauf antworten sie Dinge wie beispielsweise „Ja, das liegt
daran, daß dein Aszendent die Jungfrau im zehnten Haus ist.“ Dann sind sie
fein raus. Ich will nicht bestreiten, daß es bestimmte planetarischen
Schwingungen gibt, die möglicherweise Auswirkungen auf die Persönlichkeit
haben können. Aber als rationaler Westfale gehört das Esoterische nicht zu
meinem Repertoire. "Ich wollte
damals rumlaufen wie Alice Cooper Du bist in
Soest aufgewachsen? Ralf: Nicht direkt in Soest, sondern in einem kleinen Dorf in der näheren Umgebung. Es gab dort auch keinen Schallplattenladen. Meine erste Langspielplatte war „Billion Dollar Babies“ von Alice Cooper. Ich wollte damals auch rumlaufen wie er und hatte eine Jeanshose mit Löchern drin, das war zu der Zeit noch richtig revolutionär, und da hatte ich dann eine schwarze Plastikspinne draufgeklebt und so. In dieser Zeit fing es an, daß ich in einem Jugendzentrum in Werl rumhing. Dort gab es Abtanzparties im Keller.
Ralf König im Jahr 1979. Die Jüngeren tanzten bis
19 Uhr zu irgendwelchen Chart-Hits,
danach kam dann die „Progressive“- Abteilung zum Zuge. Die Leute hatten längere
Haare und hörten „Pink Floyd“, und zu denen wollte ich gehören. Das ist
Musik, die heute noch für mich Bedeutung hat, ich hab grad wieder eine Pink
Floyd Phase. Die frühen Sachen von denen sind einfach wow. Nach der
Schule hast Du eine Schreinerlehre begonnen, wie bist Du darauf gekommen? Ralf: Da
bin ich gar nicht draufgekommen. Meine Eltern meinten, das Holz Zukunft hat.
(lacht) "Ich
hatte Angst, daß ich mir irgendwann die Hand absäge, Aber ich habe es
ertragen. Es waren unangenehme Leute und das Ganze war überhaupt nicht meine
Welt. Ich hatte Angst, daß ich mir irgendwann die Hände absäge, da ich
damals schon gerne gezeichnet habe.
Seite 1
|