R   A   L   F       K   Ö   N   I   G   

 

"Alle meine Geschichten spielen in Köln."

 

 

 

 


Ralf König, 1960 im westfälischen Soest geboren, studierte in den Achtziger Jahren an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit Schwerpunkt  Freie Kunst. Seit 1979 veröffentlicht er Comics. Verschiedene seiner Werke wurden Filmvorlagen, neben "Kondom des Grauens", "Der bewegte Mann" auch "Wie die Karnickel" und "Lysistrata".
Ralf Königs Comics sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.
Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, unter anderem bekam er 1992 den Max-und-Moritz-Preis als "Bester deutschsprachiger Comic-Künstler". Seit einigen Jahren lebt und arbeitet er in Köln.


Beginnen wir mit der Einstiegsfrage: nenne uns bitte Dein Geburtsdatum.

Ralf: August 1960.  

Dein Sternzeichen ist der Löwe. Glaubst Du an Sternzeichen?  

Ralf:  Nein, überhaupt nicht. Ich finde es immer seltsam, wenn Leute einen fragen, welches Sternzeichen man hat. Die scheinen dann irgendwas über einen zu wissen. Aber wenn sie sagen, daß der Löwe dahin tendiert, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen, kann ich entgegnen, daß dies nicht auf mich zutrifft. Darauf antworten sie Dinge wie beispielsweise „Ja, das liegt daran, daß dein Aszendent die Jungfrau im zehnten Haus ist.“ Dann sind sie fein raus. Ich will nicht bestreiten, daß es bestimmte planetarischen Schwingungen gibt, die möglicherweise Auswirkungen auf die Persönlichkeit haben können. Aber als rationaler Westfale gehört das Esoterische nicht zu meinem Repertoire.   


"Ich wollte damals rumlaufen wie Alice Cooper 
und hatte eine Jeanshose mit Löchern drin."


Du bist in Soest aufgewachsen?  

Ralf: Nicht direkt in Soest, sondern in einem kleinen Dorf in der näheren Umgebung. Es gab dort auch keinen Schallplattenladen. Meine erste Langspielplatte war „Billion Dollar Babies“ von Alice Cooper. Ich wollte damals auch rumlaufen wie er und hatte eine Jeanshose mit Löchern drin, das war zu der Zeit noch richtig revolutionär, und da hatte ich dann eine schwarze Plastikspinne draufgeklebt und so. In dieser Zeit fing es an, daß ich in einem Jugendzentrum in Werl rumhing. Dort gab es Abtanzparties im Keller. 


Ralf König im Jahr 1979. 


Die Jüngeren tanzten bis 19 Uhr zu irgendwelchen Chart-Hits, danach kam dann die „Progressive“- Abteilung zum Zuge. Die Leute hatten längere Haare und hörten „Pink Floyd“, und zu denen wollte ich gehören. Das ist Musik, die heute noch für mich Bedeutung hat, ich hab grad wieder eine Pink Floyd Phase. Die frühen Sachen von denen sind einfach wow.  

Nach der Schule hast Du eine Schreinerlehre begonnen, wie bist Du darauf gekommen?  

Ralf: Da bin ich gar nicht draufgekommen. Meine Eltern meinten, das Holz Zukunft hat. (lacht)
Ich hatte nur Hauptschulabschluss und keine wirkliche Möglichkeit zu entscheiden, was ich eigentlich machen wollte. In den dörflichen Strukturen kannte jeder jeden, und ein Nachbar  war Chef dieser Holzfabrik, in der ich dann meine Ausbildung an diversen Maschinen absolvierte. Es war eine ziemliche Horrorzeit, heute würde ich das gar nicht mehr durchhalten. 


"Ich hatte Angst, daß ich mir irgendwann die Hand absäge,
da ich damals schon gerne gezeichnet habe."


Aber ich habe es ertragen. Es waren unangenehme Leute und das Ganze war überhaupt nicht meine Welt. Ich hatte Angst, daß ich mir irgendwann die Hände absäge, da ich damals schon gerne gezeichnet habe.  

 

Seite 1