M    I    C    H    A    E    L         K    O    S    L    A    R               


 

 

"Ich war der Einzige im Sakko"

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Der gebürtige Vogelsanger Michael Koslar, Jahrgang 1967 kann auf eine über zehnjährige Medienerfahrung zurückblicken. Bereits Anfang der Neunziger sammelte er seine ersten Erfahrungen bei WDR-publik. Als "Moderator mit Kultpotenital" (Kölner Express) war er später unter anderem in der Comedy-Talkshow "Quatsch Dich reich", "Alles auf Rot“ oder „Nur mit Nummer“ zu sehen.
Aber nicht nur als Moderator, hat sich "der schmierige Etagenkellner" (Koslar über Koslar) einen Namen gemacht,  Bukowski-Lesungen mit Albert Klein zeigen eine weitere Seite seines Schaffens. 

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Michael, wann bist Du geboren?

Michael: Am 22.10.1967 in Köln im Hildegardis-Krankenhaus, nee, im Weyertal, stimmt, im Weyertal.  

Du bist hier in Vogelsang aufgewachsen?

Michael: Ja, ne Vogelsanger Jung.  


Braun in Braun in der Eifel.
Michael 1973 im elterlichen Wohnwagen.


Was unterscheidet denn Vogelsang vom restlichen Köln?

Michael: Vogelsang ist ein reines Dorf, es lässt sich nicht vergleichen mit anderen Stadtteilen wie Nippes, Ehrenfeld oder Lindenthal.
Es fängt schon an
mit der Eisenbahnunterführung, durch die man hereinfährt in diese kleine, spießige Wunderwelt, in der die Häuser alle die gleiche Größe haben, in der es einen Kiosk gibt und in der die Kneipen Zwitscherhäuschen, Meisenklause und Schwalbental heißen. Das ist Vogelsang.


Mein Sandkasten, meine Oma, die wundersam-heile Welt in Köln-Vogelsang.


Kannst Du Dich noch an Deine erste Single erinnern oder Deine erste Berührung mit Musik?

Michael: Meine Mutter war Lohnbuchhalterin bei EMI Electrola, dementsprechend brachte sie immer Schallplatten mit nach Hause. Meine erste Platte war ein Hörspiel, Max und Moritz, gesprochen von Viktor de Kowa, und weil es die erste war, hörte ich sie immer wieder, bis ich die Texte auswendig mitsprechen konnte, da war ich etwa vier Jahre alt. Damit verblüffte ich dann die Gäste meiner Eltern, indem ich so tat, als würde ich die Geschichte von Max und Moritz aus einem Buch vorlesen, auch unterhielt ich die Leute mit meinem Kasperletheater, welches ich einmal zu Weihnachten geschenkt bekam. Aber das Ding stand irgendwie nur im Weg herum und wurde gleich nach Neujahr an die Nachbarskinder verkauft.  


Michaels erste Bühnenerfahrung:
aber das Kasperle-Theaterglück währte nicht lange. 


Mein Vater erzählte immer, das er schon als Kind gerne die Leute zum Lachen brachte. Bei Veranstaltungen in dem ehemaligen Vogelsanger Luftschutzbunker, worin sich heute ein Teppichlager befindet, hat er gerne den "Hans- guck-in-die-Luft" gemacht oder Schlagersänger imitiert.
Die Geschichte im Luftschutzbunker hat mein Vater immer erzählt, damit wollte er verdeutlichen, daß mein künstlerisches Talent nur von Ihm stammen kann.  


"Mein Vater wollte immer nur verdeutlichen, daß mein
künstlerisches Talent nur von ihm stammen kann." 
  


Meine Eltern eröffneten 1972 einen Kiosk in Vogelsang, DiKo’s Bazar, der kleine Laden war bis unter das Dach vollgestopft mit allen nur erdenklichen Sachen, man bekam dort einfach alles, und sie verkauften dort auch Schallplatten. Meine erste eigene Single, an die ich mich konkret erinnere, war „Heart of Glass“ von Blondie, ich fand die Frau damals toll und das Lied auch.  


Karneval 1973 in Vogelsang mit Michael vor dem elterlichen Kiosk


Dafür sammelte ich Kartons, die im Laden anfielen, brachte sie zum Altpapierhändler und kaufte mir vom so verdienten Geld die Single bei meinem Vater. Er war übrigens bei den Kindern in Vogelsang sehr beliebt, er durchbohrte für sie die gekauften Spielzeugpistolen, dann krachte es lauter und gab sogar einen kleinen Feuerstoss, und auch die Tütchen mit den Fußball-Sammelbildern durfte man sich bei ihm eigenhändig aus dem Karton zusammensuchen.  

Gab es bei euch eine Pfarrsaal-Disco oder so etwas?

Michael: Dazu muß man wissen, daß es in Vogelsang eine katholische und eine protestantische Grundschule gibt, aber nur einen gemeinsamen Schulhof. Da ich Protestant bin und der Pfarrsaal zur katholischen Kirche gehört,   


"Der Automat und mein Cousin".  Michael Koslar im Jahre 1978 


brauchte ich mich dort nicht blicken zu lassen. In der anderen Kirche gab es nur so etwas wie “schwulen Sprechtee mit Gitarrenmusik“, also da lief gar nix.

Mich interessierte damals schon klassische Musik, zu der ich über ein weiteres Mitbringsel meine Mutter kam, Sindbad der Seefahrer hielt ich zunächst auch für ein Hörspiel. 

 

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