S   T    E    F    A    N       K    R    A    C    H    T    E    N                                            


 

"Der normale Kölner hört de Höhner"  

 

 

Foto: Wolfgang Burat


Stefan Krachten, Jahrgang 1958, erhielt mit zehn Jahren ersten Klavierunterricht. Dies inspirierte ihn seine erste Band "Hot Fire" zusammen mit Helmut Zerlett zu gründen. Ende der Siebziger war er mit Jango Edwards auf Welttournee.

Stefan Krachten macht Musik in ungezählten Projekten wie Dunkelziffer, Unknown Cases  ("Masimba Bele"), Fred Banana Combo oder Trance Groove, um nur einige zu nennen. Alle haben aber eines gemeinsam: den Groove - und viel Wärme.

Seine  Arbeitsweise hat sich bis heute bewährt: „Wir loopen irgendwas und spielen dazu. Das ist die alte Can-Schule, Musik machen wie bei einer Zen-Meditation: nicht denken, sondern intuitiv spielen.“


KMO: Bist Du in Köln geboren?

Stefan: Nein, ich bin am 16. Juli 1958 in Rüsselsheim am Main geboren, der Opel-Stadt.  


Stefan Krachten  


Seit wann lebst Du in Köln?

Stefan: Meine Familie zog 1971 nach Köln, aufgewachsen bin ich in Dellbrück und zur Schule ging ich ins Gymnasium Holweide.
Zusammen mit Helmut Zerlett gründete ich dann auch gleich die erste Band Hot Fire.
 

Helmut ging auf die gleiche Schule?

Stefan: Nein, aber er wohnte auch in Dellbrück und ich kannte ihn durch die rechtsrheinische Jugendszene.  

Mit langen Haaren?

Stefan: Lange Haare, Jeans, Parka, Felljacke...(lacht).  

Welche Musik hast Du damals gehört?

Stefan: Mit 12 Jahren fing es an mit Deep Purple und T. Rex, aber mit 13, 14 hörten wir schon Miles Davis und CAN, machten also relativ schnelle Sprünge.  

Welches Platte hast Du Dir als erste gekauft?  

Stefan: Ich glaube „In the Summertime“ von Mungo Jerry oder so was, die erste LP war Deep Purple in Rock.  

Hast Du damals schon Schlagzeug gespielt?

Stefan: Nein, ich hatte als Kind sechs Jahre lang klassischen Klavierunterricht, in der Schülerband spielte ich zuerst Gitarre, dann Bass und erst später Schlagzeug, weil ich einfach notenfaul bin, und Schlagzeug kann man am ehesten ohne Noten spielen.  


Stefan Krachten: Kalenderblatt von 1966


Haben Dich Deine Eltern zum Klavierunterricht gedrängt?

Stefan: Ja, ich hab auch an Wettbewerben teilgenommen, hatte aber keine Lust zu üben, wie das so ist, als Kind spielt man eben lieber Fussball als Klavier. Zum Glück hatten wir sehr tolerante Nachbarn, als ich ein Schlagzeug bekam und es in meinem Zimmer aufstellte, kamen nie Beschwerden, wenn ich darauf nachmittags spielte.  

Zurück zu Hot Fire.

Stefan: Hot Fire waren Helmut Zerlett und ich, das war im Prinzip schon der Vorläufer von Dunkelziffer, die wir 1979 zusammen mit Reiner Linke gründeten, innerhalb weniger Wochen wuchs die Band auf zehn Musiker an, die auch alle gleichberechtigt waren, unter anderem Dominik von Senger, Mathias Keul und später natürlich Damo Suzuki.