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Foto: Stefan Schmitz
"Jede These braucht eine Antithese" Hartmut Prieß,
Jahrgang 1942 und gebürtiger Berliner, ist ein Gründungsmitglied der legendären
„Bläck Fööss“, die 2005 ihr 35jähriges Bühnenjubiläum feierten. |
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Wann
bist
Du
Geboren? Hartmut: Im
August 1942 in Berlin. Im
August, dann ist Dein Sternzeichen wahrscheinlich Löwe? Glaubst Du an
Astrologie? Hartmut: Ja,
ich bin Löwe, soweit glaube ich also an Sternzeichen, denn ich habe mit
diesen Tieren viel gemein. Sonst habe ich von
Sternzeichen keine Ahnung. Wie kommt
ein Preuße nach Köln? Hartmut: Zwangsweise.
Ich habe meine Hände in den Heimatasphalt gekrallt, aber Macht ging vor
Gerechtigkeit. Meine Eltern waren stärker als ich und haben mich im Alter
von neun Jahren aus Berlin herausgerissen. Ich bin unter Schmerzen gegangen
und in den ersten fünf Jahren vor Heimweh fast umgekommen. "Ich bin aber
in den späteren Jahren durch Das lag
nicht an Köln, sondern an den Freunden und sozialen Bindungen, die ich zurückließ.
Das hat mich sehr beschäftigt und ist für meine musikalische Arbeit nicht
ganz unwesentlich, weil ich einen Zugang zu dieser Art von Gefühlen habe.
Oberflächlich gesehen fand ich in Köln ziemlich schnell eine Heimat und
hatte auch sehr schnell Kontakt. Aber das kann einem nicht ersetzen, was man
verloren hat. Darum habe ich mich sehr schwer getan, mich an Köln zu gewöhnen.
Ich bin aber in den späteren Jahren durch die Musik mit vielem versöhnt
worden.
Hartmut Prieß (li)- Längsstreifen machen Kneipen schlank. Foto: Archiv Jochen Arlt Wie hast Du
in Köln Deinen ersten Karneval erlebt? Hartmut: Wir sind im Herbst 1951 hier angekommen und bereits 1952 sollte mich verkleiden. Das ist mir dann auch angetan worden, zwangsweise. So dauerte es keine zehn Minuten, bis mein Kostüm in der nächsten Hecke landete. "Für meine musikalische Sozialisation war die Als
Berliner ist man gegen solche Dinge immun, das ist auch heute noch so. Obwohl
ich den Wert von Kostümen und Masken erkenne. Doch ich bin in diesem Fall
eher ein beobachtender Außenstehender. Ich denke, Karneval ist eines der größten
kreativen Spiele in unserer Republik. Besonders Kinder entwickeln einen
besonderen Bezug zu ihrer Region, das gilt natürlich ganz besonders für Köln.
Hartmut Prieß live. Foto: Hubert A. Lünenschloß Wie bist Du
zur Musik gekommen? Spielte der Musikunterricht dabei eine wichtige Rolle? Hartmut: Musikunterricht wurde in der Schule leider nicht besonders großgeschrieben. Er fiel öfter aus, weil eine Mathearbeit geschrieben werden mußte. Für meine musikalische Sozialisation war die Boogie Musik von großer Bedeutung. In Köln hatten wir den britischen Sender BFN, der ein Vorläufer von BFBS war. Diese Sendungen waren mir vertrauter als das, was der WDR sendete. Die erste Nummer, die ich dort hörte, stammte von Tennessee Ernie Ford und hieß „Shotgun Boogie“.
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