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Peter Rüchel

 "Wir trafen uns an der Hotelbar."


Geboren in Berlin, Vater Geiger (vor dem Krieg Leiter seines eigenen "Rüchel Quartett") und Mutter Lehrerin, wächst Peter im westlichen Teil der zerbombten und anschließend viergeteilten ehemaligen Reichshauptstadt auf. Es folgen Humanistisches Gymnasium mit Latein und Griechisch, klassische Musik, Literatur und Theater. 1964 bewarb sich Peter Rüchel beim damaligen Sender Freies Berlin und arbeitete dort – nach einigen Jahrenals Filmarchivar – 1968/1969 bei der legendären Sendung „SF-Beat“ mit.
1970 folgte er einem Ruf des ZDF und entwickelte dort – zusammen mit Helmut Greulich  - das mehrfach ausgezeichnete Jugendmagazin "Direkt" (Goldener Bildschirm, Prix Jeunesse, Ehrende Anerkennung beim Grimme Preis, Stern des Jahres der Münchner Abendzeitung). Der Erfolg dieses Programms war Anlaß für den Programmchef Kultur des WDR, Hans-Geert Falkenberg, Peter Rüchel die Leitung der WDR-Redaktionsgruppe Jugend FS anzubieten. 
Am 1. April 1974 trat Rüchel in Köln an und entwickelte – zusammen mit Christian Wagner – das Konzept des Rockpalast, das 1976 zuerst als monatliche 30-Minuten-Sendung im Dritten Programm des WDR realisiert wurde. Der große Durchbruch kam am 23. Juli 1977: Die erste Rockpalast-Nacht aus der Grugahalle Essen wurde live im Ersten (ARD) und via Eurovision in sieben europäische Länder übertragen.
Mit dem Live-Auftritt von Rory Gallagher begann in dieser Nacht die Reihe der legendären Rockpalast-Nächte, die bis 1986 siebzehn Mal Anlass für enthusiastisch gefeierte Rockmusik-Parties vor dem Bildschirm überall in Europa waren.  
Um den Anschluß an die aktuelle Rockmusikszene zu gewinnen und – nicht nostalgisch – eine Sendung für das junge Rockmusik-Publikum zu bleiben, verband Peter Rüchel in der zweiten Serie (seit 1990) den Rockpalast mit den großen Festivals, dem Bizarre Festival und Rock am Ring (seine letzte Produktion als verantwortlicher Redakteur leitete er hier im Jahr 2002).
Inzwischen ist Peter Rüchel im Ruhestand, was aber kein Grund ist, dem Rockpalast untreu zu werden. Er zeichnet nun für eine Rockpalast-DVD-Serie verantwortlich.


Wann bist Du geboren?

Peter Rüchel: “Am 9. März  1937.“ 

Sternzeichen Fische, glaubst Du an Sternzeichen?  

Peter Rüchel: “Nein. Ich habe mich nie damit beschäftigt, ich habe nie einen Anlass gesehen, das zu tun. Dass ich Fisch bin, ist mir erst aufgefallen bei einem Gespräch mit Mitch Ryder, der auch ein Fisch ist. Das war im „Luxor“, das zwischendurch mal „Prime Club“ hieß.
Dort stand in der Künstlergarderobe ein Spruch an der Wand, den wir uns beide zu eigen gemacht haben: Only dead fish swim with the stream. Das ist meine einzige Beziehung, die ich zu diesem Sternzeichen habe.“ 


"Dieses Jahr hat mir auch die
amerikanische populäre Musik erschlossen."


Bist Du in Köln geboren? 

Peter Rüchel: “Nein, in Berlin. Dort habe ich die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbracht, bin dort zur Schule gegangen, ein humanistisches Gymnasium, Latein und Griechisch. 1953 war ich für ein Jahr auf einer amerikanischen Schule in Minneapolis, Minnesota, das war ein Schüleraustausch, der damals stattfand und dafür bin ich ausgewählt worden.



Das war eines der schönsten Jahre meiner Jugend, so kurz nach dem Krieg hat man Amerika ganz anders erlebt als heute. Ich erinnere mich, dass es dort achtundzwanzig verschiedene Sorten Eiscreme gab, hier gab es nur Schokolade, Vanille und vielleicht Zitrone. Dieses Jahr hat mir auch die amerikanische populäre Musik erschlossen. Ich weiß seitdem, wovon da die Rede ist.“ 

Welche Musik war das? 

Peter Rüchel: “Das war damals Bigband-Musik, bei den Schulfesten tanzte man zu Benny Goodman oder Glenn Miller. Ich erinnere mich auch an einige Schlager, das war noch kein Rock oder Beat, so zum Beispiel an Dean Martin’s: „...when the moon hits your eye like a big pizza pie, that’s amore.“