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"Beton
hat es noch nie gebracht."
Der
1954 geborene „Leverkusener
Werks-Kabarettist" und "Berufs-Choleriker" Wilfried
Schmickler trat Anfang der Neunziger zusammen mit dem "3Gestirn Köln Eins"
in Jürgen Beckers Premierensendung auf. Seitdem gibt es keine Mitternachtsspitzen
ohne seine Rausschmeißer-Nummer. Wilfried Schmickler hat
einen gnadenlosen Blick für ungeschminkte Realitäten, aber Intoleranz,
Gleichgültigkeit und Gejammer gehen ihm gehörig auf den Zeiger. Mehr über den Unterschied des regional unterschiedlichen Zuschauers, über den
katholischen Humor und ielen anderen Themen mehr auf den folgenden
Seiten.
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Wilfried,
wann
bist
Du
geboren?
Wilfried:
Am 28.November 1954.
Du bist Schütze,
glaubst Du an Sternzeichen?
Wilfried: Ich
habe zu meinem 50. Geburtstag ein Horoskop bekommen. Da stimmte alles, aber
ich glaube, ich hätte auch ein Zwillingshoroskop bekommen können, das hätte
auch gestimmt.

Wilfried
Schmickler im Alter von drei Jahren, damals in Leverkusen-Hitdorf 1957.
Wo bist Du
aufgewachsen?
Wilfried: In
Hitdorf am Rhein. Das gehört heute zu Leverkusen und früher mal zu Monheim
und liegt genau auf der Schnittstelle zwischen Düsseldorf und Köln. Das heißt,
in Hitdorf trinkt man noch Kölsch und eine Gemeinde weiter, in Monheim, wird
Alt getrunken. Ich wohne in Köln seit etwa zehn Jahren.
"Ein
cooles Cover, das man immer sehr dekorativ
unter dem Arm tragen konnte."
Deine erste
Single?
Wilfried: Ich
habe mir keine Singles gekauft. Meine erste Langspielplatte stammte von „Blodwyn
Pig“ und trug den schönen Titel „A Head
Rings Out“. Auf dem Cover war ein Schweinekopf abgebildet. Ein cooles
Cover, das man immer sehr dekorativ unter dem Arm tragen konnte.

Wie bist Du
zum politischen Kabarett gekommen?
Wilfried: Ich
habe 1973 Abitur gemacht. In einer Zeit, in der auch an den Schulen ein hoher
Politisierungsgrad herrschte. Es war die Zeit der Ostverträge, die sehr von Willy
Brandt geprägt wurde. In der Schule war ich in der SMV engagiert und
auch in der dortigen Schülerzeitung aktiv. Ich habe Zivildienst gemacht in
einer Jugendeinrichtung in Leverkusen-Wiesdorf. Dort kam ich in Kontakt mit
dieser ganzen Post-Hippie-Szene; vorher hatte ich mehr mit Intellektuellen
und Pseudo-Intellektuellen zu tun.

1.
Kommunion, 1963.
Es war also
mein Zivildienst, der daran schuld ist, daß ich in diese Zusammenhänge
geraten bin. Ich bin durch die damalige Gewissensprüfung ohne Probleme
durchgerutscht, mein Vater und ein Priester haben für mich ausgesagt. Man
weiß ja, wie es geht.
"Mein
Talent lag im Sprechen und es erschien naheliegend, eine Sprechgruppe zu gründen."
Es war die
Zeit der selbstverwalteten Jungendzentren und der Spontis. Das oberste
Prinzip lautete: “Wir wollen uns selbst verwirklichen und brauchen kein
Geld und kein Hab und Gut.“ Die angestrebte Selbstverwirklichung erfolgte
über kreative Medien. Das war eine Frage des Talents und der Neigung. Einer
konnte gut fotografieren, also hat er eine Fotogruppe aufgemacht. Ein anderer
hatte sein Talent im Malen, der hat dann eine Plakatgruppe eröffnet.

Mein
erster Arbeitsplatz, 1965.
Mein
Talent lag im Sprechen und es erschien naheliegend, eine Sprechgruppe zu gründen,
die sich hinterher zu einer Theatergruppe entwickelte. Aus dieser
Theatergruppe hat sich dann unser erstes Trio entwickelt.
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