An einem Augusttag 1953 im Severinsviertel wurde der
Mann der in der Zukunft lebt (Steffen über Steffen) geboren. Dem einen durch
das Bandprojekt LSE, dem anderen durch "Supergut, ne", dem Triumvirat
Album "Russian Roulette" oder durch die Zeltinger Band bekannt. Das ist jedoch nur ein kleiner Auszug seiner
umfangreichen Projekte.
1990 erhielt er den goldenen Camera Award. Bis 1993
veröffentlichte er die schon legendäre Anthologie der Nachwuchsbands "Köln-Sampler". Arno Steffen wurde zuletzt durch die Filmmusik zu
"Das Wunder von Lengede" bekannt, unter anderen schreibt er auch
Filmmusiken für den "Tatort".
Arno,
wo bist Du geboren?
Arno:
In Köln. Am 28.08.53 im Severinsviertel, in der Nähe vom Stollwerk.
Wie sahen
Deine ersten Berührungspunkte mit Musik aus?
Arno:
Die ersten Erfahrungen mit Musik kamen über meine zwei älteren Brüder. Der
Eine neun und der Andere sechs Jahre älter.
Durch
die Zimmerwände habe ich abhörmäßig die ganze Rock`n Roll-Geschichte
mitbekommen. Über meinen älteren Bruder Gene
Vincent, Elvis sowie Buddy Holly
und über den Jüngeren dann die ganze 60er Song-Geschichte. Beatles, Stones aber auch weniger rockige Sachen wie Herb
Alpert, Soul und Easy Listening.
Bei den
Stones bin ich dann eingestiegen
Mitte der 60er. Von denen war auch meine erste Single. Es war „The Last Time“. Ich habe sie bei Radio Reimer auf der Dürener
Strasse gekauft. Das war ein kleiner Tante
"Sie
verkauften Lockenstäbe und Schallplatten und hatten
immer ein paar Singles im Schaufenster liegen."
Emma-Plattenladen. Sie verkauften
Lockenstäbe und Schallplatten und hatten immer ein paar Singles im
Schaufenster liegen.
Wie sah
Dein Outfit damals aus?
Arno:
Ich trug das Übliche. Das „Mutter geht noch mit Einem einkaufen Outfit“.
Mit 13 ging es dann los mit der Outfit-Verweigerung.
Das
bedeutete die ersten richtigen Jeans; die weißen Levisjacken. Enge Cordhosen
mit Wildlederboots und Dufflecoat. Stichwort: Britpop-Stil, auch was die
Frisur betrifft.
Das
ging bei mir einher mit einem musikalischen Wechsel. Mich faszinierten plötzlich
härtere und schrägere Sachen wie beispielsweise The Doors, Hendrix und Velvet
Underground.
Wie sahen
Deine ersten musikalischen Gehversuche aus?
Arno:
Wir haben eine Schülerband gegründet. und uns sehr viel mit Musik beschäftigt.
Wochenenden miteinander verbracht und Songs analysiert und ausgetüftelt.
Dies besonders im Zusammenhang mit den "progressiveren " Sachen;
ich nenne mal Pink Floyd. Wir haben
auch eigene Sachen geschrieben.
Meine
erste Band hieß Interstellar Overdrive.
Das war 1970. Wir haben uns neulich getroffen; der Anlass war die Buchveröffentlichung
eines Freundes und ehemaligen Mitmusikers, Roland Keahlbrandt. In diesem
Zusammenhang sind wir nochmals in der Urbesetzung aufgetreten.
Das
sehr empfehlenswerte Buch heißt „Buntes
deutsches Bestiarium“ und ist eine satirische Abhandlung über Sprache
und gesellschaftliche Gruppen in Deutschland. Es ist ein Buch unter anderem über Altrocker und 68er. Sehr geistreich und sehr
gepflegt.
"Jennifer hatte noch dieses 70er Popgefühl. Das
ist dann durch die Punk-Bewegung umgeschlagen."
Das Stadium „Schülerband“ ging bis etwa 1975. Danach hatte ich
eine musikalische Pause und habe ab 1977 wieder angefangen, Musik zu machen.
Ich spielte in einer Band namens Jennifer,
das war der Vorläufer der Zeltinger
Band. Jennifer hatte noch dieses 70er Popgefühl. Das ist dann durch die
Punk-Bewegung umgeschlagen.
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