Underground Explosion 5                  Presserezensionen   

    

Hier ein kleiner Auszug aus den Presserezensionen:

Kölner Illustrierte: 
Seit nahezu zwei Jahrzehnten dokumentiert die Samplerreihe „Underground Explosion" die Entwicklung der Kölner Musikszene. Unter dem Titel „Cologne Noises" liefert sie bereits zum fünften Mal einen eindrucksvollen Beweis für deren Potenzial. Teil eins des Doppelalbums vereint bekannte Größen wie Wolke, Zweipol, Klee mit Neuentdeckungen wie Friedemann Weise und Pop mit einer Prise Electro, Rock und New­­ ­Wave. Teil zwei erfreut vor allem die Fans von Offbeats. Da haben die kölschen Rapper die Scheibe eine ganze Weile fest im Griff, bevor ein Stückchen Dub von Bam Bam Babylon Bajasch den Wechsel markiert und die letzten Tracks vollends in die wunderbare Welt der Elektro-Sounds abdriften. –se
 
Westzeit:
Ausgerechnet zum Rosenmontag, dem höchsten Feiertag der Narrenhochburg Köln, erscheint der 39 Stücke umfassende Sampler, der mit neuen und arrivierten Bands aus der Domstadt grob betrachtet Musikstile von Pop, Rock, Ska, Reggae und HipHop umfasst. Dass hier weder Karneval gefeiert noch Mundart gelebt wird sondern seriös, engagiert und teils überaus gekonnt zu Werke gegangen wird, versteht sich angesichts solcher Beteiligter wie Holger Czukay/U-She, Erdmöbel, Schmackes & Pinscher, Klee, Die Firma, Wolke, Angelika Express usw. von selbst. Gut geeignet, um sich einen Überblick über die lebendige Musikszene zu machen.
 
Crazewire.de
Diese Compilation scheint eine Erfolgsgeschichte zu sein. Wie anders lässt es sich erklären, dass „Underground Explosion“ mittlerweile in die fünfte Runde geht, um Außenstehende und Eingeweihte, mit der Szene der heimlichen Kulturhauptstadt Köln vertraut zu machen. Und noch immer ist einiges los, in der Rheinmetropole. Allerdings darf man das „Underground“ im Titel nicht allzu genau nehmen, sind doch mit Erdmöbel und Klee auch Bands vertreten, die man bundesweit im öffentlichen Rundfunk hört
Amery Fair eröffnen den Sampler mit luftigem Synthie-Pop. Die Melodie geht schnell ins Ohr und auch wenn man an mancher Stelle über den einen oder anderen Reim stolpern mag, singt man gern mit, wenn es heißt: „Tristesse Trivial ist mein Kapital / und meine Kapitulation“. Flora setzen danach mit „Winter“ ganz auf 60's Girl Pop, Glockenspiel und weihnachtliche Romantik, bis Wolke ihren oft nah am Schlager wandelnden Deutsch-Pop mit dezenter Elektronik unterfüttern. Warum man ausgerechnet dieser Band, die ebenfalls auf dem Vorgänger der Compilation dabei waren, eine weitere Chance gab, auf Locas In Love hingegen verzichtet hat, bleibt mir persönlich unverständlich.
Neuser und Angelika Expresss sind Namen, die einem auch außerhalb Kölns vertraut sein dürften, während es sich bei Friedemann Weise und Schmackes & Pinscher um Matadore handelt, die gerade in der Domstadt schon so manches Lokal bespielt haben. Neu entdecken, darf man weiterhin Nil, dessen „Alles Ohne Nichts“ vielleicht etwas schwachbrüstig im Gesang daherkommt, ansonsten aber mit scheppernden Becken und Schrammelgitarre für ausgelassene zwei Minuten sorgt. Oder kannte jemand da draußen bislang Rakete Mutter? „Alles Geraten“ schlängelt sich geschmeidig durch eine dezent treibende Streicherlandschaft. Dies ist, trotz deutscher Texte ein internationaler Sound.
„Ich würde so gerne eine ganze Nach lang mit Klaus Kinski Koks ziehen“, lauten die ersten Worte des Beitrags von Standard Plus. In den folgenden 2 Minuten 45 werden neben dem Enfant Terrible noch weitere Schneehasen ins Interview genommen. Christoph Daum, Michel Friedmann und Falco müssen sich fragen lassen, ob das alles am Ende „einfach nur so / einfach nur für die Show“ gewesen sei und Standard Plus bleiben im Gedächtnis. Electrophilen Punk der Sorte harmlosere Le Tigre servieren anschließend Man Vs. Nature mit „I Want To Kill You“. Der leicht trotzige, betont coole Gesang, steht dem Stück gut, dazu geistern immer wieder knurrige Slogans durch den halb kaputten Orbit.
Deutlich professioneller produziert, doch am Ende ein wenig sehr glatt und poppig ist „Now Or Never“, bei dem Katja Riemann den Filmmusikanten Dürbeck & Dohmen ihre Allerweltsstimme leiht. Dann doch lieber bunter Orgelwahnsinn und Retro-Spaß mit DKDENT, die einem mit etwas gutem Willen an die französischen Austauschschüler der Apples In Stereo erinnern können. „Lecons Francaises“ ist kurzweiliger Frühlingsspaß, ohne Startschwierigkeiten, bis Blotch mit „Fire Ants Ate Me Alive“ zum Abschluss die bedrohlichen After-Hour-Dämonen spielen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die breitgefächerte Musikszene einer Stadt wie Köln nicht auf 20 Beiträge reduzieren lässt, ohne jemanden zu vergessen. Es gibt zwar einen zweiten Teil von „Underground Explosion Vol. 5“ - der an dieser Stelle noch Erwähnung finden wird - doch auch da fehlen einige Namen. Schade also, dass kleine, feine, heimische Acts wie Lingby, News At Six oder Filmpalast vergessen wurden. Schön hingegen, dass mit diesem Sampler ein guter Überblick über eine lebendige Musiklandschaft gegeben wird.

(Hinweis der Redaktion: Wir haben nicht von allen Bands Einsendungen erhalten, so das die erwähnten Gruppen leider unberücksichtigt blieben) 
 
Triggerfish.de
bunt klingt Köln
Im Januar war es soweit: Die „Cologne Music Week“ erweiterte vom 19. – 24. Januar 2009 das Programm der Kölner PASSAGEN – Deutschlands größter Designmesse – um die Aspekte Musik und Popkultur. Hier standen für sechs Tage vornehmlich einheimische Künstler im Vordergrund und konnten ihren Sound einem internationalen Publikum präsentieren.
Wer da gewesen ist, wird es gemerkt haben: Köln klingt bunt und vielseitig. Wie bunt und vielseitig, halten die von der Stadt Köln kuratierten Sampler „The Sound Of Cologne Vol. 4“ und „Underground Explosion Vol. 5“ fest. Von Elektronik über Indie bis hin zu Pop. Alles aus Köln. Da sollte doch für jeden was dabei sein.
Während sich der „Sound Of Cologne“ eher den elektronischen Gefilden in allen Arten widmet, geht es auf dem „Underground Explosion Sampler“ weitaus facettenreicher zur Sache. Hier wird der Bogen nämlich von HipHop zu Pop über Indie hin zu obskuren Klangerlebnissen gespannt. Und wieder heißt es: Alles Kölner Machart!